like a bird – unsere Werte – unsere Ziele

Im Interview heute Tanja Kliewe-Meyer, Gründerin und Geschäftsführerin von like a bird . Sie erzählt uns von der Idee die hinter unserem Label steht, Ihren Visionen, woher wir kommen und wo wir in der Zukunft noch hin möchten. Let´s talk about sustainable fashion!

Die Marke ´like a bird´ hat sich in den letzten 1,5 Jahren komplett neu definiert. Wie kam es dazu und welches Ereignis brachte den Stein ins Rollen?

Tanja: `Neu` definiert ist an dieser Stelle nicht die richtige Formulierung… wir sind eher zu unseren Wurzeln, zur Ursprungsidee der Marke bei Firmengründung zurück gekehrt und haben diese Idee konsequent neu definiert:

Nachhaltig, authentisch gelebtes Vorbild in unserer Branche zu sein. Wir möchten zeigen, dass Nachhaltigkeit im Modebusiness in der heutigen Zeit möglich ist und sich die dafür notwendigen Säulen: Soziales, Ökologisches und Ökonomisches durchaus auf konstruktive Art und Weise verbinden lassen!

Tanja Kliewe-Meyer

Die Entdeckung unserer innovativen Rosenviskose und der daraus resultierende erfolgreiche Auftritt auf der Messe NEONYT in Berlin im Sommer 2019 haben uns in diesem Ansatz bestätigt. In Zeiten in der die Modebranche im Umbruch ist und die nachkommende Generation uns zeigt das ein Umdenken mehr als zwingend erforderlich ist, ist es für uns logische Konsequenz an dem damit verbundenen Wertesystem mit unserem anzuknüpfen und es auf Basis dessen auf- und auszubauen – mit einem guten Gefühl.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Blusen und Kleider aus Rosenviskose herzustellen?

Tanja: Als ich mich im Sommer 2018 dazu entschlossen habe like a bird mit aller dazugehörigen Ernsthaftigkeit nachhaltig aufzustellen bin ich damals zum Sourcing für die Kollektion FS 2019 zur Munich Fabric Start nach München gefahren um ohne große Kompromisse unsere Stoffauswahl genau darauf zu fokussieren.

Dabei bin ich zu einem unserem Hauptlieferanten gegangen, mit dem wir seit der ersten Stunde zusammenarbeiten und habe ihm gesagt er solle mir ab sofort keine Mischqualitäten mehr anbieten und nur noch Qualitäten aus natürlichen Materialien die bestmöglich GOTS-zertifiziert sind.

Daraufhin kam meine Ansprechpartnerin mit einem kleinen Läppchen zurück und sagte `Schau mal, wir testen gerade eine ganz neue Ware die sogar kompostierbar ist´ ohne zu sagen wie die Bestandteile des Tests sind… ich war völlig angetan von dem seidigen Baumwollgriff der Probe in meiner Hand und nachdem sie mir die Zusammensetzung `Rosenviskose mit Baumwolle´ sagte war es um mich geschehen und mir kamen direkt die Worte `la vie en rose´ in den Kopf.

Da die Tests sich noch in der Anfangsphase befanden haben wir ab dem Moment diese Entwicklung mit gepusht und sind infolge dessen die ersten Konfektionäre die diese tolle innovative Ware verarbeitet haben.

Tanja Kliewe-Meyer im Radio Interview auf der Neonyt im Juli 2019
FotoCredit: Markus Oh, Fotostudio Oh

Was unterscheidet like a bird von anderen Green Fashion Labeln?

Tanja: Wenn ich uns so vergleiche denke ich das es besonders ist das wir aus dem kommerziellen Premium-Fashion-Bereich kommen und mit genau dieser DNA unsere Kollektionen nun mit konsequent nachhaltigem Wareneinsatz und der dazugehörigen kontrollierten Fertigung auf die Beine stellen.

D.h. wir untermauern unsere Fashion-Denkweise in unserer kreativen Kollektionsentwicklung mit innovativen neuen Stoffen aus dem Sustainable-Bereich ohne dabei zu dogmatisch zu sein und dabei wieder näher bei uns und den Werten unserer Firmen-DNA zu sein.

Darüber hinaus sind wir immer offen für neue Entwicklungen die wir gemeinsam mit unseren Vorlieferanten und Kooperationspartnern auf die Beine stellen um den Weg in eine nachhaltigere Zukunft in der Modebranche innovativ mit zu gestalten.

 FotoCredit: Markus Oh, Fotostudio Oh

Wo genau setzt Du Deinen Schwerpunkt beim Thema Nachhaltigkeit in der Mode und im privaten Bereich?

Tanja: Bei like a bird versuche ich die Kollektion mit überwiegend organischen Materialien zu gestalten. In dem Bereich konzentrieren wir uns im Team bei der Stoffauswahl vor allem auf natürliche Materialien die bestmöglich, so wie unser Rosenartikel auch, kompostierbar sind.

Auch wenn wir daneben, um die Kollektion so spannend wie möglich aufzubauen, recycelte Waren anbieten fühlt sich für mich der Weg mit natürlichen Materialien und in dem Bereich die ressourcenschonenden neuen innovativen Materialien wie u.a. Rosenviskose, Kaffeeccarbon und Milchprotein am besten an. Denn a) kann man so der Baumwollknappheit mit ihrem immens hohen Wasserverbrauch positiv entgegenwirken und bei Kaffecarbon und Milchproteinen u.a. Abfälle aus der Lebensmittelindustrie nutzen und somit eine innovative Faser durch Upcycling zum Einsatz bringen.

Privat in der Mode kaufe ich keine Fast Fashion-Produkte mehr, fahre soweit es die Reiseumstände erlauben mit der Bahn und versuche im Lebensmittelbereich so viel es geht unverpackt zu kaufen. Was Lebensmittel angeht hat sich generell mein Verhalten verändert. Im Gegensatz zu früher gehe ich statt einmal die Woche zwei-dreimal die Woche einkaufen, hier gehe ich dann mehr auf frisches Obst und Gemüse welches ich im Anschluss direkt zubereite. Ich bin keine Veganerin und werde dies vermutlich auch nie werden… dennoch hat sich mein Fleischkonsum in den letzten Jahren massiv reduziert und wenn ich es esse wähle ich es viel bewusster als früher.

Mit welchen tollen Innovationen können wir in den nächsten Saisons bei ´like a bird´ rechnen?

Tanja: Ich sage nur `Soja-Cappucchino´ oder `Soja-Latte´;-) Mehr wird noch nicht verraten!

Wenn Ihr den ganzen Beitrag lest könnt Ihr Euch sicher schon denken was es an neuen Innovationen geben wird… aber ich finde es heute ( Oktober 2019 ) noch zu früh um mehr Details schon preis zu geben zumal wir noch nicht in allen Bereichen zu 100% wissen ob alles so machbar ist wie wir es gern hätten.

Wie möchtest Du Dein Label für die Zukunft weiter gestalten?

Verkaufsgespräch auf der Neonyt im Juli 2019
Verkaufsgespräch auf der Neonyt im Juli 2019
FotoCredit: Markus Oh, Fotostudio Oh

Tanja: Ich möchte es breiter in den Markt bringen, den Bekanntheitsgrad steigern, um so einen positiven größeren Einfluss auf unsere Branche nehmen zu können.

Es soll zeigen das modisch hochwertige Mode langlebig sein kann und entsteht ohne das Mensch und Umwelt darunter leiden. Das Soziales, Ökologisches und Ökonomische in gesunder Balance möglich sind und zueinanderstehen…

Für mich selbst ist es gerade die größte Herausforderung auf meine eigenen Ressourcen zu achten dabei sollte jeder zunächst bei sich selbst anfangen! Auf Basis dessen würde ich auch gern andere dabei unterstützen diesen Weg zu gehen, anderen die Angst vor positiv wirkender Veränderung zu nehmen… aber: alles zu seiner Zeit!